Kalipè: Immer ruhigen Fußes
Der Blick zurück
Wenn ich ehrlich bin, war ich als Führungskraft gefangen. Tief drin im Hamsterrad. In einer Tretmühle, in der ich jahrelang funktionierte. Das Steuerrad fest umklammernd bin ich durch jeden Sturm gesteuert und habe mich dabei selbst immer mehr aus den Augen verloren. Ich merkte nur, wie mein innerer Widerstand immer stärker wurde.
Wir optimieren uns zu Tode. Es gilt das permanente Prinzip: "Höher, Schneller, Weiter". Doch was bringt uns all das Tempo, wenn wir auf dem Weg die Verbindung zu uns selbst verlieren? Wenn wir uns selbst nicht mehr spüren und nur noch funktionieren, gefangen in einer endlosen Schleife aus einem permanenten Reiz-/Reaktionsmechanismus.
Ich weiß, dass ich mit dieser Erfahrung nicht allein stehe. In meinen Coachings begleite ich immer wieder Menschen, die genau diesen Punkt mit ihren eigenen Worten beschreiben. Sie funktionieren im Außen, während sie im Inneren leise ausbrennen.
Was wirklich zählt
Wir sollten dringend entschleunigen. Das ist kein netter Kalenderspruch, sondern eine Überlebensstrategie für unsere Seele. Ich habe in den vergangenen Wochen intensiv gespürt, wie stark die Verbindung zu mir selbst und zu anderen wieder aufgebaut werden kann, wenn der Lärm, der von außen kommt, endlich leiser gedreht wird.
Auf meiner Reise in Südtirol habe ich wieder festgestellt, wie entschleunigend und einladend die Natur sein kann. Einfach auf einer Bank sitzen, atmen und in sich hineinspüren:
- Was möchtest du wirklich?
- Um was soll es in deinem Leben gehen?
- Wer möchtest du sein?
Ich bemerke auf meinem Weg, wie ich mich Schritt für Schritt verändere. Für die Zukunft habe ich mir ein neues Leitmotiv mitgenommen: KALIPÈ.
Kalipè: Immer ruhigen Fußes
Das Wort Kalipè kommt aus dem Tibetischen und bedeutet so viel wie: "Immer ruhigen Fußes." Es ist mir auf einer Postkarte im Messner Mountain Museum auf Schloss Firmian begegnet. Es reflektiert meine Auszeit als Führungskraft und diese bewusste Reise, die ich mir gerade erlaube, einfach perfekt.
Mein Versprechen an mich selbst
Ich muss nicht mehr rennen. Ich muss niemanden mehr etwas beweisen.
Ich bin gut genug!
Ab jetzt gehe ich meinen Weg Schritt für Schritt, achtsam, kraftvoll und vor allem: Immer ruhigen Fußes.
© 2026 Jens Finsterer

